Kampagnenstart „Kein Raum für Nazis – Zentrale der ‚Identitären‘ dichtmachen!“

„Keine Identitären-Zentrale“ heißt es in demNamen unserer Initiative. Aber wo ist die eigentlich? Am heutigen 14. Februar haben wir gemeinsam mit dem Bündnis „Rostock Nazifrei“ zwei strukturgebende Orte der „Identitären“ besucht und markiert – unter anderem die Bundeszentrale. Das ist der Startschuss für unsere gemeinsame Kampagne „Kein Raum für Nazis – Zentrale der Identitären dichtmachen“, die am 07. April in einer Demo gipfeln wird. Aber von vorn:

Daniel Fiß (Bundessprecher der „Identitären“) kündigte seinerzeit – konfrontiert mit Recherchen – Ende des Jahres 2016 an, dass die Bundeszentrale der „Identitären“ nach Rostock ziehen soll. So bezogen Identitäre vor ca. anderthalb Jahren eine ganze Etage in einem Bürogebäude zwischen Hauptbahnhof und der Burschenschaft Redaria-Allemania, genauer: in der Graf-Schack-Straße 7. Immobilienverwaltung dieser Adresse ist die Firma „Radau“ aus Rostock. Seitdem gilt diese Adresse bundesweit als strukturgebend für die „Identitären“. Hier werden der Versandhandel organisiert, die Mitgliedschaften verwaltet und bundesweite Aktionen gesteuert. Aber auch für regionale Aktionen und Treffen ist der Ort immer wieder Dreh- und Angelpunkt.

So finden in der Graf-Schack-Straße 7 immer wieder Stammtische statt, bei denen in der Vergangenheit auch des öfteren AfD-Mitglieder, wie etwa Stephan Schmidt, sowie AfD-SympatisantInnen dabei waren. Die Vernetzung mit Gleichgesinnten findet jedoch nicht nur bei Stammtischen statt. So besuchten Kameraden die Rostocker „Identitären“ in ihrer Büroetage und nutzten die zentrale Lage der Graf-Schack-Straße auch gleich für einen Ausflug zum Rostocker Weihnachtsmarkt für den ein oder anderen Glühwein.
Aber auch für Vorbereitungen von Aktionen, die Banner- oder Flyer-Verteil-Aktionen, treffen sich die „Identitären“ in der Büroetage. Hier wird gesponnen, geplant und sich für die konkrete Durchführung von Aktionen getroffen. Die zentrale Lage des Gebäudes ist dafür ein entscheidender Faktor. Ob Flyer-Verteil-Aktion am Steintor, oder Stör-Aktion in der Universität – von der Graf-Schack-Straße gelangt man schnell in die anderen Stadtteile. Die Bedeutung dieses Gebäudes ist also nicht zu unterschätzen.
Die Büroetage beherbergt auch den Versandhandel der „Identitären Deutschland“. Von hier aus werden Aufkleber, Shirts, Fahnen, Flyer und sonstiges Propagandamaterial verschickt. Wahrscheinlich ein lukratives Geschäft, wichtige Einnahmequelle für die „Identitären“ und brodelnder Kessel für die weite Verbreitung der (kultur-)rassistischen, sexistischen und menschenverachtenden Ideen.

Daniel Sebbin, seines Zeichens offizieller Mieter der Graf Schack Straße 7, nahm unter anderem an der gescheiterten rassistischen Mission der „Identitären im Mittelmeer teil. Die Aktionen der „Identitären“ im Mittelmeer zeigen deutlich die Menschenverachtung der Gruppierung. Sie charterten ein Schiff, um Militär und NGOs daran zu hindern, gekenterte Flüchtlingsboote zu retten. Nicht nur, dass die Aktivisten damit gegen internationales Seerecht agierten, sie nahmen billigend den Tod von Menschen in Kauf, deren einzige Möglichkeit auf ein friedliches und selbstbestimmtes Leben auf dem europäischen Kontinent liegt. Dies steht exemplarisch für ihre praxisgewordene Menschenverachtung, die sich sonst in theoretischen Papieren und Abhandlungen niederschlägt.

Der zweite Ort, der heute besucht wurde, ist die Ehm-Welk-Straße 28 in Rostock-Evershagen – Daniel Fiß‘ (Bundessprecher der ‚Identitären Deutschland‘) vermeintliche Privatadresse. Doch nutzt der Rostocker Politikstudent diese Adresse auch als Vereins- und Geschäftsadresse. Seit einiger Zeit ist die Adresse nicht nur als Impressum der Homepage der ‚Identitären Deutschland‘ angeführt, sondern auch auf sämtlichen Flyern, die deutschlandweit bei Aktionen verteilt wurden, zu finden. Zudem ist die Ehm-Welk-Straße 28 die Vereinsadresse des „Heimwärts e.V.“. Dieser wurde im Oktober 2016 von Rostocker ‚Identitären‘ gegründet und gibt dem braunen Treiben einen offiziellen und gemeinnützigen Anschein, beispielsweise bei der Anmietung von Räumen oder der Vergabe von Honorargeldern .

Die Ehm-Welk-Straße 28 ist also nicht nur als Fiß‘ Privatadresse anzusehen, sondern explizit auch als Strukturadresse der „Identitären“ Rostocks und Deutschlands. Von hier aus werden letztendlich die diskriminierenden Denkmuster gesponnen und rassistische Aktionen geplant. Diese Adresse ist, auch wenn sie eher im Hintergrund steht, ausdrücklich strukturgebend und deswegen eben nicht „nur“ Fiß´ Privatadresse.

Die Rostocker Identitären zeigen sich als sehr umtriebig und aktiv. Egal, ob es um „identitäre“ Räume in Rostock, Halle oder sonst wo geht – von Identitären im Allgemeinen geht ein und die selbe Gefahr aus: NeofaschistInnen versuchen, mal als hippe, pseudoprofessionelle Macker, mal als martialische Schläger ihre Gegner_innen einzuschüchtern und mundtot zu machen. Parallel versuchen sie durch vermeintlich cooles und junges Auftreten und das Propagieren eines kulturellen Rassismus in Verbindung mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen eine breite Anschlussfläche für junge Menschen zu schaffen. Hinter ihrer Fassade verstecken sich stramme FaschisInnten, die keinen Spaß an jugendlichen Freiheiten und Popkultur haben, sondern mit allen Mitteln ihre rassistische, menschenverachtende Ideologie vermarkten und durchsetzen wollen.

Als Initiative „Résistance – Keine Identitären-Zentrale in Rostock“ haben wir uns eines auf die Fahnen geschrieben: Widerstand – den Widerstand gegen eine „identitäre“ Bundeszentrale in Rostock zu organisieren. Wir informieren die Anwohner_innen des Viertels über „identitäre“ Umtriebe in ihrer direkten Nachbarschaft. Wir vernetzen politische Akteuer_innen aus allen Bereichen, um gegen „Identitäre“ aktiv zu werden. Wir leisten Aufklärungsarbeit an allen Stellen. Doch nur reden allein hilft nicht. Widerstand muss praktisch werden.

Wir haben uns daher mit „Rostock nazifrei“ zu einer Kampagne zusammengeschlossen, die in den kommenden Wochen unter dem Motto „Kein Raum für Nazis – Bundeszentrale der Identitären dichtmachen“ weitere Aktionen durchführen wird. Gipfeln wird das Ganze am 07. April in einer Demonstration durch die Rostocker Innenstadt.

Seid dabei, kommt vorbei! Lasst euch informieren, inspirieren und zum Aktivwerden verleiten! Checkt unsere Kanäle, um auf dem Laufenden zu bleiben!

Keine ‚Identitären‘-Zentrale hier und überall!

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