Redebeitrag Demo 07.04. aus jugendlicher Perspektive

Rote Jugend statt gelbe Scheiße – Hammer und Sichel statt Lambda

Wir sind heute auf der Straße, weil die Identitären in unserer Stadt ihre Bundeszentrale eröffnet haben und versuchen, ihr faschistisches Weltbild, unter dem Begriff einer sogenannten nationalen Revolution hier zu verbreiten. Sie versuchen, ihre lächerlichen Traditionen im Sinne von antisemitischem und völkischem Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Für uns ist das nicht hinnehmbar!
Aus unserer Stadt heraus planen sie Aktionen, die in sozialen Medien aufgebauscht werden, sie kleben rassistische Sticker und wollen mit vermeintlich kecken Sprüchen wie „Jugend ohne Migrationshintergrund “ punkten. Sie fahren aufs Mittelmeer, um Rettungsaktionen für Geflüchtete zu verhindern und sie dem Ertrinken zu überlassen. Sie hetzen gegen unsere Freund*innen und Genoss*innen, weil sie vielleicht nicht hier geboren wurden, sich nicht auf Nation und Tradition beschränken wollen, oder nicht bereit sind, den Geschlechterrollen der Identitären zu entsprechen.

Unterstützt werden sie dabei von diesem Staat, der ihnen freie Hand lässt, bei all ihren Machenschaften und von den RassistInnen der AfD, die mit demselben Faschismus wie die Identitären im Bundestag Politik machen wollen.
Ihre Ideologie, jede ihrer Aktionen, ist ein Versuch uns als Jugend und Klasse zu spalten. Unsere Antwort darauf lautet umso entschlossener: Einheit, Zusammenhalt und Solidarität!
Wir stehen für eine Jugend, die sich offensiv gegen sämtliche Zumutungen des Alltags einsetzt, einem Alltag, in dem Menschen an den Tafeln anstehen, weil der Staat sie hungern lässt, in der Jugendliche aus der Innenstadt verdrängt werden, weil sie angeblich nicht in das friedliche Stadtbild passen. Die Menschen werden beleidigt, verachtet, gedemütigt. Der Staat will sie kriminalisieren, um sie als schlechtes Beispiel in Bildungsstätten zu präsentieren. Der Leistungsdruck soll erhöht und die Verwertung des Einzelnen trainiert werden. Die Identitären als Zusammenschluss von studentischen Verbindungen mit starken Kontakten zu rechten Eliten fühlen sich sehr wohl in diesen Ausgrenzungen und in der Verachtung gegenüber den Ausgebeuteten und allein gelassenen dieser Gesellschaft. Die Lösung dieser Konflikte finden wir deshalb auch nicht in den Traditionslinien, die die Identitären anrufen, nicht auf den „Schlachtfeldern Europas“, sondern im entschlossenen Kampf gegen Nazis, Staat und Kapital. Denn wir stehen für eine Gesellschaft, in der sich jeder unabhängig von Herkunft und Geschlecht nach seinen Fähigkeiten und Interessen entfalten kann. Dafür müssen wir uns nicht auf Nation zurückziehen, nicht irgendein vermeintlich kulturelles Erbe hochhalten, sondern uns darauf besinnen, dass wir uns im Widerstand und Zorn gegen die Faschisten vereinen müssen, um als Klasse und Jugend gegen Ausgrenzung und Ausbeutung zu stehen.
Dementsprechend kämpfen wir nicht für euer Europa der Völker, nicht für lächerliche Kulturgüter, sondern für Zukunft und Kommunismus!
In diesem Sinne, keine Identitäre Zentrale in Rostock, keine Rückzugsräume für Nazis, hier und nirgendwo, antifaschistische Jugend Rostocks voran!

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