Demos in Lütten Klein bleiben friedlich

AfD zieht mit 500 Anhängern durch Stadtteil / 600 Polizisten aus vier Bundesländern im Einsatz

Einmal mehr fielen Straßenbahnen und Busse aus, einmal mehr sperrten Stadt und Polizei weiträumig Straßen ab: Zum vierten Mal binnen weniger Wochen ist die Alternative für Deutschland (AfD) im Rostocker Nordwesten auf die Straße gegangen. Nach Zählungen der OZ demonstrierten am Montagabend rund 500 Anhänger der Partei in Lütten Klein gegen die angebliche Islamisierung Rostocks und unkontrollierte Zuwanderung. Die gute Nachricht: Es blieb friedlich – trotz erneut zahlreicher Gegenkundgebungen.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Dörte Lembke waren dieses Mal rund 600 Polizisten in Lütten Klein im Einsatz. Die Rostocker Beamten hatten Unterstützung aus Berlin, aus Bremen und Sachsen- Anhalt angefordert. Denn wie schon bei den AfD-Demos zuvor in Lütten Klein und Evershagen hatten Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und das Bündnis „Rostock nazifrei“ zu Gegenprotesten aufgerufen.

Die Polizei trennte beide Lager voneinander. Wasserwerfer standen bereit, kamen aber nicht zum Einsatz. Es blieb bei gegenseitigen Beleidigungen. Linke Demo-Teilnehmer bewarfen die AfD-Kundgebung lediglich mit Konfetti – als Zeichen für ein weltoffenes, buntes Rostock. Die Polizei schätzt die Zahl der Gegendemonstranten ebenfalls auf knapp 500.

Bei der Kundgebung der AfD auf dem Boulevard ergriff unter anderem Steffen Reinicke, Vorstandsmitglied der Rostocker Alternative und Anmelder der Demo das Wort: Rostock versinke – zum Beispiel in den Wallanlagen in einem Drogensumpf. Medien und „Alt-Parteien“ würden das Problem verharmlosen. Sie seien ein „Vogelschiss“ der Geschichte, sagt er. Die AfD hat bereits die nächste Kundgebung angemeldet: Anfang August will die Partei durch Warnemünde ziehen.

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Ostsee-Zeitung-Rostock vom 12.06.2018

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