AFD-DEMO BREMST VERKEHR AUS

Erwartet wurden rund 200 Teilnehmer, am Ende zählten die Veranstalter etwa 50 Männer und Frauen. Am Sonnabend lud der AfD-Kreisverband Vorpommern-Greifswald zur Demonstration und einem Marsch über die Peenebrücke ein. Das Motto: „Wolgast und Usedom wieder anhängen“.

Die AfD-Anhänger wollten mit ihren Lösungen weniger Verkehr auf die Insel bringen, erreichten mit der Demo aber genau das Gegenteil: nämlich Stau. Die Aktion gefiel nicht jedem. „Ihr Penner“ säuselt eine Frau vor sich hin und ging noch rechtzeitig vor dem Abmarsch über die Bundesstraße.

Genervt zeigt sie sich gegenüber den Demonstranten, die wenige Augenblicke später die Peenebrücke für 25 Minuten lahm legen. Einige Teilnehmer tragen Deutschlandfahnen, „Merkel muss weg“-Plakate, „Gegen GEZ“- Schilder und anderes. Ihr Protest richtet sich an die Landes- und Bundesregierung. Autofahrer, die stundenlang im Auto sitzen, reagieren genervt. „Ich weiß nicht, worum es geht. Aber ich möchte nur noch in den Urlaub“, sagt ein Lüneburger.

Kurz zuvor spricht Landtagsabgeordneter Ralph Weber zu seinen selbsternannten Freunden. In seiner Rede geht es so ziemlich um alles: Mehr Kreisverkehre auf Usedom, eine Ortsumgehung für die Kaiserbäder, die Erhöhung der B 110 bei Zecherin, über die „Invasoren in die Sozialsysteme“, die ehemalige Geburtenstation im Kreiskrankenhaus, eine fehlende ICE-Anbindung nach Usedom, den Swine-Tunnel, Umstiegsmöglichkeiten in Züssow – die Themen gehen sprichwörtlich querbeet durch den Gemüsegarten. Von Teilnehmern bekommt er stets zustimmenden Applaus.

Am Ende verteilten die Ordner Wasserflaschen und Gummitierchen an wartende Autofahrer. Doch nicht jeder nahm das Geschenk an. Viele wollten von der AfD in Ruhe gelassen werden.

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Ostsee-Zeitung-Usedom vom 09.07.2018

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