Terror? AfD-„Blutorden“ im Visier der Behörden

Eine Nazi-Auszeichnung soll als Namenspate für ein geheimes Netzwerk stehen: der Blutorden. Die Rede ist dabei auch von Waffen, mit denen Gegner am Tag X umgebracht werden sollen. Ein Landtagsabgeordneter der AfD soll Mitbegründer sein. Er wies die Vorwürfe zurück.

Die Sicherheitsbehörden gehen Hinweisen zu einem mutmaßlich bewaffneten rechtsextremen Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern nach. Das Innenministerium in Schwerin bestätigte am Dienstag entsprechende Informationen des Nordkuriers. „Aufgrund der uns vorliegenden Hinweise erfolgen Prüfungen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat eingeleitet wird“, sagte ein Sprecher des Ressorts.

Mitbegründer soll ein einflussreicher Funktionär der Landes-AfD sein, nämlich Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag. Die Gruppierung soll sich „Blutorden“ nennen.

Die Mitglieder sollen sich auf den Tag X ihrer Machtübernahme vorbereiten. Laut einer Quelle mit AfD-Insider-Informationen plane die Gruppierung, Feinde mit ihren Waffen zu töten.

Beim historischen Blutorden handelte es sich um eine hohe Auszeichnung der Nazi-Diktatur. „Einer aus der Gruppe hatte Kontakt zu mir aufgenommen, um mich als Mitglied zu gewinnen“, so die Quelle. Die Namen von fünf mutmaßlichen Mitgliedern seien ihr bekannt. Bei diesen Personen handelt es sich indes nicht um Personen der Zeitgeschichte wie beim Fraktionschef Kramer. Deshalb veröffentlicht der Nordkurier ihre Namen nicht. AfD-Fraktionschef Kramer wies die Vorwürfe zurück: „Das ist völlig schwachsinnig, absolut unhaltbar.“ Von einer Gruppierung namens Blutorden habe er noch nie etwas gehört. Auch im Besitz von Waffen sei er nicht. „Ich würde an Eides statt versichern, dass ich weder Mitglied einer solchen Gruppierung bin, noch zu irgendeinem Zeitpunkt eine solche Gruppierung gegründet habe.“

Den Blutorden verlieh Hitler laut Internetlexikon Wikipedia im ersten Jahr der Machtübernahme der NSDAP am 9. November 1933. Auf ihm ist das Hakenkreuz abgebildet. Der Name zielte auf den Ehrenkult um die getöteten Teilnehmer des Hitlerputsches am 9. November 1923 ab. Ursprünglich sollte die Medaille nur an besonders verdiente Parteigenossen verliehen werden, die bereits viele Jahre vor dem Regierungsantritt vom 30. Januar 1933 im Sinne des Nationalsozialismus politisch aktiv waren. In späteren Jahren wurde der Empfängerkreis stark ausgeweitet. Das Abzeichen zählt in der Bundesrepublik Deutschland als NS-Propagandamittel zu den Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Über angebliche „Todeslisten“ in MV gibt es schon länger Schlagzeilen. So hatten im August 2017 Sicherheitskräfte Wohnungen und Büros von sechs „Preppern“ (von engl. prepare – vorbereiten) im Nordosten durchsucht. Sie sollten sich zu einer Gruppe mit dem Namen „Nordkreuz“ zusammengeschlossen haben. Zwei von ihnen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Sie sollen Personen aus dem linken politischen Spektrum aufgelistet haben, die sie im Krisenfall umbringen würden. Festnahmen gab es jedoch nicht.

http://www.nordkurier.de/

Kommentare sind geschlossen.