AfD-Mitglieder stellen sich gegen Parteisprecher Augustin

Schwerin. Aktuell sorgt das Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz über die AfD für Wirbel. In dem Papier, das dem Nordkurier vorliegt, gerät auch der zweite Sprecher der Landes-AfD, Dennis Augustin, sowohl im Bezug zu völkisch-nationalistische als auch islamfeindliche Äußerungen ins Visier der Behörde.

Tatsächlich bekräftigt Augustin jetzt seine Aussagen vom Juli 2017, in denen er „muslimische Mobs“ mit Halbaffen vergleicht, auf seiner Facebookseite. Telefonisch antwortete er dem Nordkurier nicht zu Fragen über die Vorwürfe im Gutachten.

Kurz vor dem Landesparteitag am Wochenende in Lübtheen regt sich gegen ihn Widerstand in der Partei. Laut Informationen des Nordkurier gibt es eine rund 100-köpfige Gruppe, die sich von den Äußerungen einiger Mitglieder distanziert. In einem Statement heißt es, dass jeder, der andere Menschen – egal in welchem Zusammenhang und bei welchem Verbrechen – als Halbaffen bezeichne, nichts bei der Partei zu suchen und nichts zu bewirken habe. Wie sehr diese Distanzierung auf dem Parteitag thematisiert wird, ist zurzeit nicht klar.

In dem Gutachten geht es auch um den mutmaßlichen Förderer und Freund Augustins, Philip Steinbeck. Laut Medienberichten übe Steinbeck „Einfluss auf die Ausrichtung des AfD-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern aus,“ heißt es im Gutachten. Steinbeck soll in der Vergangenheit enge Kontakte zu NPD-Kadern aus MV gehabt haben, sein Gutshaus Jessenitz bei Lübtheen diente als Veranstaltungsort für die AfD. Von Steinbeck und Augustin existieren mehrere Aufnahmen auf Parteitagen, die sie mit einem roten Kreuz auf goldenem Grund am Revers. Laut AfD-Insidern das Erkennungszeichen der „Schlossgruppe“, einer Formation, die politisch weit rechts außen angesiedelt sein soll.

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Nordkurier vom 25.01.2019

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